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Was ist ein Prädikant, eine Prädikantin?

In unserer Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) hießen sie von 1969 bis 2010 Laienpredigerinnen und Laienprediger. Heute nennen wir sie Prädikantinnen und Prädikanten: Das sind Ehrenamtliche, die eine besondere Ausbildung und Befähigung für die Verkündigung und für das Feiern von Gottesdiensten haben.

Im Prädikantengesetzes unserer Landeskirche (seit 2011) heißt es: Gemeindeglieder, die die Gabe der Verkündigung haben, können zur Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung berufen und als Prädikantin oder Prädikant beauftragt werden. Das Gleiche gilt für Mitarbeitende, die die Anstellungsfähigkeit zur Gemeindepädagogin oder zum Gemeindepädagogen haben oder die Ausbildung als Diakonin oder Diakon abgeschlossen haben, sowie für Religionslehrerinnen und Religionslehrer.
Jede Landeskirche ist für die Regelungen des Prädikantendienstes selbst verantwortlich. Daher gibt es z.T. erhebliche regionale Unterschiede hinsichtlich Ausbildung und Verankerung des Dienstes.

Das Profil des Prädikantendienstes hat sich im Laufe der Zeit verändert. So stammt die Bezeichnung„Hilfsprediger“ noch aus den Zeiten des ZweitenWeltkriegs, als Pfarrfrauen und Kirchenvorsteher die fehlenden Pfarrer zeitweise ersetzen mussten.
Im Zusammenhang mit der allgemeinen Aufwertung des ehrenamtlichen Dienstes innerhalb der evangelischen Kirche wird der Prädikantendienst zunehmend im Licht des „Priestertums aller Gläubigen“ gesehen. Prädikantinnen und Prädikanten können aufgrund ihrer persönlichen Geschichte und ihres Berufslebens Erfahrungen in die Verkündigung einbringen, die Pfarrerinnen und Pfarrern nicht zur Verfügung stehen, weil deren Werdegang und Alltag ein weitgehend anderer ist. Daher sind sie nicht mehr nur Ersatz, sondern Ergänzung für das Gesamtbild der Verkündigung.

Die Ausbildung erfolgt am Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung der EKvW in Villigst bei Dortmund. Dort werden die Ehrenamtlichen für ihren Dienst fit gemacht, so dass sie Gottesdienste und Predigten vorbereiten und halten können - inklusive Taufen und Abendmahl, aber auch kirchliche Trauungen und Bestattungen können Prädikantinnen und Prädikanten übertragen werden. Meist tragen sie auch die Amtstracht (denTalar). Darüber, ob sie für ihren Dienst ordiniert oder nur besonders beauftragt werden sollen, sind sich die evangelischen Landeskirchen nicht einig.

In unseren Gottesdiensten in SHS sind neben (auswärtigen) Pfarrerinnen und Pfarrern, z.B. Brigitte Höppner, auch mehrere Prädikantinnen und Prädikanten aktiv, z.B. Volkhard Dietrich, Hilke Bertelsmann und Brigitte Knebel. In Zukunft brauchen wir noch mehr - das vergrößert auch die Vielfalt! Wäre das etwas für Sie?

Weitere Infos bei uns Pfarrern oder unter: www.e-wie-ehrenamt.de/material/praedikantendienst
Pfarrer Dr. Carsten Glatt