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Die Bibel hat dafür eine Erzählung gefunden: den „Sündenfall“ - unsere Trennung von Gott.

Es mag Ihnen fremd vorkommen, aber was die Bibel u.a. vom Sündenfall erzählt, ist keineswegs das eine Urereignis, der erste Fall der Sünde, sondern sie berichtet in ihrem erzählten Bild vom alltäglichen Geschehen auch heute bei uns.

Wobei allein das Wort „Sünde“ heute nicht mehr zu verstehen ist, weil zu viele schelmische Bedeutungen diesen Begriff übermalt haben oder weil in manchen christlichen Gruppen Sünde mit Sexualität allzugerne gleichgesetzt wird. Das tut auf der einen Seite einem der größten und besten Geschenke GOTTES an das Leben nicht gut, nämlich der Sexualität und verdreht andererseits völlig das, was Sünde ursprünglich bedeuten sollte: Sünde ist die Trennung von GOTT!

Auch sind Adam und Eva nicht die ersten beiden Menschen, sondern Adam heißt „Mensch“ (im Sinne von Menschheit) und der Name Eva bedeutet soviel wie Muttersein und „die das menschliche Leben Hervorbringende“.

Im zweiten Schöpfungsbericht (1. Mose 2,4b ff) setzt GOTT den Menschen in einen Garten mit Bäumen, mit leckeren Früchten, die den „Adam“ ernähren konnten und übertrug ihm die Aufgabe diesen „Garten zu pflegen und zu schützen“. Allerdings setzte GOTT in die Mitte des Gartens zwei Bäume, von dessen Früchten „Adam“ nicht essen durfte, den Baum des Lebens und  den Baum der Erkenntnis, dessen Früchte das Wissen verleihen, was für das Zusammenleben der Menschheit gut und was dafür schlecht ist. (1. Mose 2,16f.; 3,5).

Eva nun wurde von einer sprechenden Schlange verführt genau dieses zu tun, und sie aß vom Baum der Erkenntnis und gab auch Adam davon zu essen. Das wurde von GOTT persönlich entdeckt und ER vertrieb Adam und Eva aus dem für sie angelegten Garten, jedoch nicht ohne sie vorher persönlich einzukleiden und so für sie zu sorgen.

Damit allerdings war die persönliche Begegnung von GOTT und Mensch verloren, und das Leben der Menschheit wurde schwer durch harte Arbeit, schwere Geburten und den leiblichen Tod.Was nun ist der Sündenfall? Sicher ist es nicht so sehr das Wissen, dass der Mensch sich in dieser weisheitlich anmutenden, archaischen Erzählung gegen GOTTES Willen erworben hat, sondern das, was aus diesem Wissen erwächst - die Schlange formuliert es deutlich: der Wunsch des Menschen so zu werden wie GOTT (1. Mose 3, 5). Das ist dann die Sünde; denn wenn wir denken, wir könnten werden wie GOTT, dann wird GOTT überflüssig. Und das geschieht in unserer Zeit täglich: Menschen maßen sich das Recht an über den Tod anderer Menschen zu entscheiden (über das Leben können Menschen nicht entscheiden!).

Aber auch viel kleiner und direkter bei uns selber: wir glauben unser Glück liegt allein in unserer Hand u.v.m. Dabei reicht nur der Blick in den klaren Sternenhimmel und das Bewusstsein, dass wir alle aus GOTTES Hand kommen, um zu begreifen, dass wir aber auch alles, was wir sind und haben unserem HERRGOTT verdanken dürfen.
Pfarrer Reinhard E. Bogdan