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Wie werden die Texte für den Gottesdienst ausgesucht

Wer legt eigentlich fest, worüber gepredigt wird und welche Bibeltexte im Gottesdienst gelesen werden? Im Prinzip sind das die Pfarrerinnen und Pfarrer, die den Gottesdienst halten. Eine Anleitung dazu erhalten sie in der sogenannten Perikopenordnung.

Beispielseite aus dem Evang. Gottesdienstbuch

Falls Sie ein Gesangbuch besitzen: Dort stehen auf den hinteren Seiten für jeden Sonntag alle Texte, die im Gottesdienst vorkommen (können). Die Sonntage haben feste Namen im Kirchenjahr. Danach richten sich auch die jeweiligen Texte. Jeder Sonntag hat immer einen eigenen Wochenspruch, einen eigenen Psalm und ein eigenes Evangelium. Die anderen Texte sind unter Bezug darauf zusammengestellt. So gibt es dazu eine Epistellesung (Briefaus dem neuen Testament) und eine alttestamentliche Lesung, aber oft wird das zuviel und wir lassen eine oder beide dieser Lesungen weg. Jährlich wechselnd ist aber der Predigttext. Insgesamt gibt es sechs „Reihen“ mit Texten (in der römisch-katholischen Kirche sind es drei). Reihe I ist immer das Evangelium des Tages als Leittext. Reihe II ist immer die Epistel des Tages. Die alttestamentliche Lesung findet sich in den Reihen III–VI. Für die Predigttexte wird ein jährlicher Wechsel entsprechend den Reihen empfohlen.

Vom 1. Advent 2014 bis zum Ewigkeitssonntag 2015 gilt die Reihe I (Predigttext gleich Evangelium). Reihe II (Epistel) beginnt am 1. Advent 2015.Der Vorteil dieser Ordnung ist: Der/die Predigende sucht sich keine Lieblingsthemen aus, sondern ist „gezwungen“, über die ganze Bibel zu predigen. Der Nachteil ist: Die Themen passen manchmal nicht zur Situation der Gemeinde bzw. zur aktuellen Lage.
                                                                 Pfarrer Dr.Carsten Glatt