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Nikolaus

Warum feiern wir eigentlich jedes Jahr Nikolaus?
Ist es eine alte Tradition oder eine Erfindung, um das Warten zu versüßen?
Die Geschichten über ihn sind wissenschaftlich nicht nachzuweisen und gehören in den Bereich der Legenden.
Aber vielleicht ist ja ein wahrer Kern daran.

Myra in Lykien, heute Demre, ist ein kleiner Ort etwa 100 km südwestlich von Antalya in der heutigen Türkei. Im 4. Jahrhundert war der Ort Bischofssitz. Quellen über Nikolaus’ Leben stammen z. B. von Andreas von Kreta (um 700).

Vermutlich wurde Nikolaus zwischen 270 und 286 in Patara geboren, einer Stadt ebenfalls in Lykien. Der Überlieferung zufolge wurde er mit 19 Jahren von seinem Onkel zum Priester geweih und dann Abt des Klosters Sion in der Nähe von Myra.

Während der Christenverfolgung 310 wurde er gefangen genommen und gefoltert. Sein ererbtes Vermögen verteilte er unter den Armen. Über Nikolaus gibt es viele Wundergeschichten und Legenden. Zu den bekanntestengehört diese: Als Nikolaus eines Abends durch die Straßen von Patara ging, hörte er durch ein Fenster, wie ein Vater zu seinen drei Töchtern sagte, sie müssten von nun an alleine schauen, wie sie am Leben blieben, denn sein Geld reiche nicht aus, um ihnen Kleidung und Essen zu kaufen. Nikolaus ging und holte aus seinem Haus drei goldene Äpfel. In der Nacht warf er sie in die Schlafkammer der Töchter. Als der Vater auf die Straße eilte, um sich zu bedanken, war Nikolaus bereits verschwunden. Eine alte Frau aber hatte ihn beobachtet und erzählte von seiner großzügigen Tat. Daraufhin kamen mehr Arme und baten um Hilfe. Nikolaus teilte, was er hatte, und jeder der etwas brauchte, bekam etwas.

Über seine Zeit in Myra wird erzählt, dass Nikolaus auch dort bekannt war für seine Hilfsbereitschaft und seine Kirche voll war. Als der amtierende Bischof starb, fiel die Entscheidung schwer, wer Nachfolger werden sollte. Es sollte der werden, der am nächsten Morgen als erster in die Kirche käme. Dies nicht wissend kam Nikolaus am nächsten Morgen an der Kirche vorbei. Weil die Tür offen stand, ging er hinein um zu beten. Dies wurde als Zeichen Gottes verstanden, und die Menschen weihten Nikolaus zum Bischof.

Weil über ihn viele gute Taten (Häuser für Waisenkinder, Hospitäler, Fürsorge für Arme sowie für alte und gebrechliche Seeleute, u.v.m.) berichtet wurden, ist er der Schutzheilige vieler Berufsgruppen geworden,wie z.B. von Kaufleuten und Seefahrern. Auch von der Deutschen Hanse und vielen darin organisierten Städten wurde er als Schutzheiliger gewählt. In diesen Städten ist oft eine der großen Kirchen eine Nikolaikirche. An einem 6. Dezember (evtl. des Jahres 352) starb Bischof Nikolaus. Zu seinem Andenken feiern wir diesen Tag und beschenken vor allem Kinder mit einer Kleinigkeit.
Katrin Grunwald