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Das Abendmahl: Gemeinschaft in Erinnerung an Jesus

Morgens feiern wir ein „Abendmahl“, die Katholiken nennen es Eucharistie oder Kommunion. Für beide großen Konfessionen ist es von besonderer Bedeutung, weil es auf Jesus zurückgeht. Am Abend vor seiner Hinrichtung hat er mit seinen Jüngern ein besonderes Mahl eingenommen, das wir heute „Abendmahl“ nennen.

Im Abendmahl feiern Christinnen und Christen die Gemeinschaft mit Jesus Christus und die Gemeinschaft untereinander. Beim Abendmahl kommen Christinnen und Christen zusammen und teilen miteinander Brot und Wein. Das hat eine besondere Bedeutung: Als er beim letzten Abendmahl mit seinen Jüngern Brot und Wein reichte, sagte Jesus: „Dies ist mein Leib“ und „Dies ist mein Blut“ (vgl. Mt 26,17–30 u.a.). Er meinte damit, dass er über seinen bevorstehenden Tod hinaus in der Feier des Abendmahls mit den Jüngern verbunden bleiben werde.

Er hat seinen Jüngern aufgetragen, das Abendmahl in dieser Weise weiter zu feiern. Was Pfarrerinnen und Pfarrer bei der Feier des Abendmahls sagen, die „Einsetzungsworte“, ist nahezu gleich mit dem, was Paulus in 1. Kor 11,17–26 weitergegeben hat.

Das Abendmahl geht auf die jüdische Tradition des Passahmahles zurück, das Jesus als Jude mit seinen Jüngern gefeiert hat. Es erinnert an den Auszug des Volkes Israels aus Ägypten und die Befreiung aus der Sklaverei. Wie das Abendmahl auch ist es also mit einem Heilserlebnis verbunden.

In den ersten christlichen Gemeinden wurde das Abendmahl in Hausgemeinschaften gefeiert und mit einem gemeinsamen Abendessen verbunden. Heute feiern Christinnen und Christen das Abendmahl üblicherweise im Rahmen eines Gottesdienstes oder einer Andacht.

Wenn Christinnen und Christen heute das Abendmahl feiern, dann feiern sie, dass Jesus Christus auferstanden ist und bei ihnen ist. Viele Christinnen und Christen erleben das Abendmahl als Stärkung für ihren Lebens- und Glaubensweg.In der evang. Kirche gehören nur Abendmahl und Taufe zu den Sakramenten.

Wie das Abendmahl gefeiert und auch verstanden wird, ist je nach christlicher Kirche unterschiedlich. In evangelischen Kirchen wird das Abendmahl mit Brot und Wein gefeiert, in der katholischen Kirche bekommt die Gemeinde oft nur das Brot in Form einer Oblate („Hostie“) gereicht. Das Abendmahl heißt dort Eucharistie (griechisch für „Danksagung“) oder Kommunion (lateinisch für „Gemeinschaft“).

Auch das Verständnis der „Wandlung“ von Brot und Wein in Leib und Blut Christi ist den christlichen Konfessionen verschieden. Innerevangelisch sagen wir seit 1973: „In Verkündigung, Taufe und Abendmahl ist Jesus Christus durch den Heiligen Geist gegenwärtig.“ Nach evangelischem Verständnis ist es Christus selbst, der einlädt. Paulus spricht daher vom „Tisch des Herrn“ (1. Kor 10,21). Deswegen sind in der Evangelischen Kirche grundsätzlich alle Getauften zum Abendmahl eingeladen, egal welcher christlichen Kirche sie angehören. In der katholischen Kirche dürfen offiziell nur katholische Christinnen und Christen am Abendmahl teilnehmen.
Pfr. Carsten Glatt