„Bibliolog“ im Gottesdienst

Bibliolog ist eine Methode, mit einer Gemeinde einen biblischen Text gemeinsam von innen heraus zu erleben und auszulegen. Er ermuntert zum Dialog zwischen biblischer Geschichte und Lebensgeschichte. Im Verlauf des Bibliologs werden die Gottesdienstbesucher aufgefordert, sich in eine bestimmte Gestalt aus der Geschichte hinein zu versetzen.

Erfunden wurde der Bibliolog von dem jüdischen Nordamerikaner Peter Pitzele auf dem Hintergrund seiner Ausbildungals Psychodramaleiter und Literaturwissenschaftler.

Der Bibliolog entspricht der rabbinischer Auslegungsweise des Midrasch, nach der die Texte der Tora durch eine kreative Füllung ihrer Lücken ausgelegt werden können. Die rabbinische Auslegungsweise unterscheidet zwischen dem "schwarzen Feuer", dem Buchstabengehalt der biblischen Texte, und dem "weißen Feuer" als dem Raum zwischen den Worten. Sie geht davon aus, dass sich die tiefere Wahrheit eines Textes im religiösen Dialog erschließen kann.

Der Bibliolog ist seit 2005 in Deutschland bekannt und hat sich nicht nur in christlichen und interreligiösen Kontexten bewährt. Man muss nicht einmal die Bibel kennen oder an Gott glauben, um an einem Bibliolog teilnehmen zu können. Der Bibliolog vertraut auf die Kraft der biblischen Texte und darauf, dass jeder etwas zu ihrer Auslegung beitragen kann.

Ein besonderes Erlebnis im Rahmen unserer Abendgottesdienste.